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75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bülkau

1932                     2007

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Man schrieb den 19. Januar 1932, als sich auf Veranlassung des damaligen Gemeindevorstehers August Albers in der früheren Schule Bovenmoor neben Kreisbrandmeister Kühlcke 22 Einwohner einfanden, um eine Freiwillige Feuerwehr in Bovenmoor zu gründen.

„Herr Kühlcke legte in langer Ausführung den Zweck und Nutzen einer Freiwilligen Feuerwehr dar“,

so der Wortlaut des Protokollführers, und so wurde an diesem Abend die „Freiwillige Feuerwehr S.E. Bülkau Bovenmoor“ aus der Taufe gehoben.

Diesem „jungen Unternehmen“, so steht geschrieben, traten spontan 22 Kameraden bei. Die in dieser Versammlung gewählte Kommission, bestehend aus den Einwohnern Peter Oest, Barthold Elfers, Johann Hagenah und Hermann Glüheisen, erteilten die Versammelten den Auftrag, nötige Vorarbeiten zu leisten.

Obgleich bereits Spritzenmannschaften sowohl in Bovenmoor als auch in Bülkau-Dorf durch die Gemeinde aufgestellt und unterhalten wurden, stand man bezüglich Ausrüstung vor einem ziemlichen „Nichts“, außer Pferdebespannten Handdruckspritzen.

Bereits damals nahm man die Brandbekämpfung sehr ernst, denn schon sieben Tage nach der Gründungsversammlung am 26.01.1932, wählte die sieben Tage alte Freiwillige Feuerwehr Bovenmoor ihren 1. Hauptmann Peter Oest, zu seinem Stellvertreter Barthold Elfers. Peter Heinsohn fungierte als Adjutant und Hermann Glüheisen wurde mit dem Amt des Spritzenmeisters beauftragt. Damaligen Verhältnissen entsprechend, zahlten Aktive für das Rechnungsjahr 1,50 RM, Passive wurden mit 2,00 RM jährlich zur Kasse gebeten. Unentschuldigtes Fehlen bei Übungsabenden oder Versammlungen wurde mit 0,50 RM geahndet; das Fehlen bei Einsätzen gar mit 1,00 RM nach den Statuten bestraft. Nach Genehmigung der Satzung durch den früheren Landrat Knöpfler des vormaligen Kreises Neuhaus/Oste, wurde die Eintragung der „Freiwilligen Feuerwehr S. E. Bülkau-Bovenmoor“ in das Vereinsregister veranlasst.

Löschzug Bovenmoor: Gruppenführer Heinrich Hinsch, Willy Kuhl, Alfred Mahler und Alpert Söhl. Leider ist nicht bekannt aus welchem Jahr das Foto stammt und wer die restlichen Kameraden sind.

Dass aber vor der Gründung der Wehr in Bülkau bereits aktiv Brände gelöscht und bekämpft wurden, beweist ein Bericht unter „Alten Bänden geblättert“ der Niederelbe-Zeitung vom 16.01.1982, wo unter Oppeln, 13. Januar 1932 zu lesen war:

„Innerhalb einer halben Stunde war aber auch schon die Feuerwehr Bülkau am Brandherd.
Nach weiteren fünf Minuten schleuderte sie schon das
Wasser in die rote Glut“.

Damals und danach oblag Bülkau der Feuerschutz der früheren Gemeinde Oppeln.

Im Gründungsjahr 1932 rückte die Wehr zu vier Brandbekämpfungen aus. Im „fliegenden Galopp“ eilte man mit der Pferdebespannten Handdruckspritze zu den Brandstellen Junge, Süderende, Mangels, Odisheim, Frey, Ihlienworth, und Peycke, Altkehdingen. Auch 1933 bekämpfte die Wehr vier Brände bei Mangels und Grimsmann, Bülkau, Schade und Steinfeldt, Odisheim.

Löschzug Bülkau: Hermann Alf, Willy Kahl, Alfred Mahler, Willy Riggers, Georg Kettelhold, Johannes Meyer, Heinrich Alf, Heinrich Alpers, Otto Michaelsen, Ernst-August Meyer. Leider ist auch hier nicht bekannt aus welchem Jahr das Foto stammt.

Der bereits 1932 gefasste Beschluss die Einsatzstärke durch Ankauf einer Motorspritze zu verstärken, ging leider erst am 28.06.1934 - finanzielle Mittel waren auch 1934 sehr rar - in Erfüllung. Eine Motorspritze stand jetzt bereit. Vorrausschauend hatten bereits zwei Kameraden an einem Maschinistenlehrgang in Celle teilgenommen. Als dann noch kurz darauf ein motorisiertes Fahrzeug dazukam, war die Freude unter den Aktiven groß, und die Möglichkeit stieg, schneller an den Brandherd zu gelangen.

Auch in Bülkau-Dorf, wo sich eine Spritzenmannschaft bereits seit langem große Verdienste bei verschiedenen Brandeinsätzen ausgezeichnet und verdient gemacht  hatte, gründete man am 18.11.1935 in Anwesenheit des Kreisfeuerwehrführers Meyer den II. Löschzug. In Anbetracht der geografischen Lage des Ortes mit seinen weitverzweigten Ortsteilen, war und ist die Existenz zweier Löschzüge eine dringende Notwendigkeit. Der frühere Bürgermeister Robert Albers war Zugführer des II. Löschzuges und 15 Einwohner waren kurz nach Gründung bereit, für das Allgemeinwohl Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu tun.

In allen Ernstfällen, bei allen Übungen, hat die Wehr stets bewiesen, dass sie ihrer Aufgabe gerecht wurde, den Kameradschaftsgeist pflegte und den durch Feuer bedrängten Einwohnern beim Kampf gegen das Feuer helfend zur Seite stand.

Auch während des II. Weltkrieges rückten die Zurückgebliebenen, unterstützt durch inzwischen in der Brandbekämpfung unterwiesenen Frauen, wiederholt zur Brandbekämpfung aus. Auch diese gemischten Mannschaften taten ihr Bestes, um Hab und Gut der Einwohner, das  durch Feuer bedroht war, vor den Flammen zu retten.

Die erste nach dem II. Weltkrieg durch den damaligen Schriftführer August Woltmann vorgefundene Aufzeichnung aus dem Jahre 1946 besagt,

„dass die Mitgliederzahl zusammengeschmolzen, die Wehr
aber einsatzbereit sei nach dem Grundsatz:
Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr“.

Nach einer Amtszeit von 14 Jahren selbstlosen Einsatzes schied Peter Oest als Feuerwehrführer aus Altersgründen aus der Wehr aus. Im Beisein des damaligen Kreisbrandmeisters ?? Mingst, Armstorf, wählte die Wehr den Kameraden Wilhelm Lange zum neuen Brandmeister. Dieser führte in einem Zeitraum von 19 Jahren die Wehr von 1946 – 1965  und erwarb sich große Verdienste. Während der Ära Lange wurde die Wehr sowohl in Bovenmoor als auch in Bülkau-Dorf mit neuen Motorspritzen und neuen Fahrzeugen durch die Gemeinde ausgerüstet. Ausreichend Hydranten wurden eingebaut, die - verteilt auf die gesamte Gemeinde -  für genügend Löschwasser im Ernstfall sorgten.

Die Fort- und Ausbildung stand im Vordergrund. Man leistete wiederholt in allen Ernstfällen, auch in anderen Bereichen, wie bei der Sturmflut im Februar 1962 in Neuhaus/Oste und am Belumer-Deich aktive Hilfe unter dem damaligen Gemeindebrandmeister Wilhelm Lange. Anlässlich der Verabschiedung von Gemeindebrandmeister Lange im September 1965 überbrachte der damalige Kreisbrandmeister Grell den Dank des Kreisfeuerwehrverbandes, bei der er u.a. ausführte:

„Möge die Kameradschaft und die Exaktheit  von der diese
Wehr besessen ist, auch in Zukunft fortbestehen“.

Und auch der damalige Bürgermeister Robert Albers ließ in der Abschiedsstunde verlauten, dass Lange zahlreiche Beispiele eines selbstlosen Einsatzes zum Wohle der Gemeinde, was auch höheren Orts durch die Auszeichnung mit dem Feuerwehrkreuz II. Klasse gewürdigt wurde, gegeben habe.

Übergabe des TSF an den Löschzug Bülkau-Dorf 1976

Dem zum Ehrenbrandmeister ernannten Wilhelm Lange folgte Wilhelm Buck als Gemeindebrandmeister bzw. als Ortsbrandmeister, eine Folge der Gebietsreform im Jahre 1974. Das Netz der Hydranten wurde laufend erweitert. Ein bedeutender Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr war der 19.Dezember 1974. Die Samtgemeinde Am Dobrock übergab an diesem Tage der Bülkauer Wehr zwei neue Feuerwehrgerätehäuser, erstellt in Bovenmoor und Bülkau-Dorf. Im Jahre 1975 wurde der Löschzug Bovenmoor mit einem neuen Fahrzeug LF 8 und ein Jahr danach im Jahre 1976 der Löschzug Bülkau-Dorf mit einem neuen TSF- Löschfahrzeug mit Schlauchanhänger ausgerüstet.

Bei Überflutungen des Balksees und zu anderen Noteinsätzen wurde die Wehr wiederholt gerufen, so leistete sie u.a. bei einer Sturmflut in Krautsand – Drochtersen unter der Leitung von Gemeindebrandmeister Buck aktive Hilfe. Wenn der Wehr in jenen Jahren 189 Mitglieder angehörten (40 Aktive, 132 Passive, 17 Ehrenmitglieder), so kommt dadurch die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Bülkauer Wehr am besten zum Ausdruck.

Zeitungsfoto von 1966 Überflutung der Balksee-Niederung

In der Dienstversammlung am 30.10.1981 wurde Wilhelm Buck, der nach 16-jähriger Amtszeit von 1965 bis 1981 mit viel Umsicht, Tatkraft und Geschick als Gemeinde- bzw. Ortsbrandmeister fungierte, wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem Ehrenbeamtenverhältnis als Ortsbrandmeister verabschiedet. Für hervorragende Verdienste im Feuerlöschwesen wurde Wilhelm Buck zum Ehrenbrandmeister ernannt. Fritz Eggers folgte Wilhelm Buck als neugewählter Ortsbrandmeister, der zu dieser Zeit in Celle einen Brandmeisterlehrgang absolvierte.

Am 12.03.1982 kam es zu einer Umstellung der Kanäle im Sprechfunk der Feuerwehren, ebenso änderte sich damit die Bedienung der Geräte. Im Jahre 1982 feierte die Wehr ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumswettkampf. Seit dem Juni 1982 konnten in der FTZ Cadenberge auch Maschinistenlehrgänge absolviert werden. Am 01.11.1984 wurde die Leitstelle für den Landkreis Cuxhaven in Cuxhaven eingeweiht. Von nun an war die Feuerwehr auch im Landkreis Cuxhaven über die einheitliche Rufnummer 112 erreichbar.

Im Jahre 1986 konnten mit eigenen Mitteln und Zuschüssen von der Samtgemeinde Am Dobrock in beiden Gerätehäusern Unterrichtsräume ausgebaut und eingerichtet werden. Im Jahre 1988 versah man beide Gerätehäuser mit neuen Dächern, nachdem die alten Flachdachkonstruktionen undicht geworden waren. Ebenso wurden die Aufenthaltsräume mit neuen Fenstern versehen. Am 03.04.1989 wurden die umgebauten Gerätehäuser offiziell an die Wehren übergeben.

Im Jahre 1995 bestand die Gruppe Dorf 60 Jahre. Hierzu wurde ein Tag der offenen Tür durchgeführt.

Im Winter 1996 kam es zu mehreren Brandeinsätzen unter schwierigen Witterungsverhältnissen. Durch den strengen Frost gefror das Wasser in den Schläuchen.

Auf der Jahreshauptversammlung am 22.03.1996 wurde die Gründung einer Jugendfeuerwehr einstimmig beschlossen. Es hatten sich bis zur Versammlung bereits 30 Jugendliche gemeldet. Als Ansprechpartner wurden Heinz-Wilhelm Woltmann, Andreas Kunitzsch und Werner Horeis gewählt. 1996 nahm eine Gruppe nach der Belegung des 5. Platzes bei den Abschnittswettkämpfen am Kreisentscheid teil und belegte ebenso den 5. Platz.

Im Jahre 1997 konnte die Wehr Bülkau die ersten fünf Mitglieder der Jugendfeuerwehr übernehmen. Hierunter fiel auch das erste aktive weibliche Mitglied. Durch die Übernahme der Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr ergab sich zum ersten Mal eine Wehrstärke von über 50 Mitgliedern.

Bedingt durch verstärkte Regenfälle kam es im Herbst 1998 zu mehreren Einsätzen am Deich des Balksees, um ein Überlaufen des Wassers zu verhindern.

Nach 18 Jahren als Ortsbrandmeister wurde Fritz Eggers am 08.10.1999 durch Heino Steffens abgelöst. Auf Vorschlag des neuen Ortsbrandmeisters ernannte man Fritz Eggers zum Ehrenortsbrandmeister. Zum stellvertretenden Ortsbrandmeister wählten die Kameraden Erwin Steffens.

Einsatzwagen TSF-W Bülkau-Bovenmoor

Am 15.05.2000 konnte von der Samtgemeinde Am Dobrock ein Ford Transit übernommen werden. Am 09.12.2000 wurde für die Gruppe Bovenmoor ein neues Fahrzeug in Form eines TSF–W in den Bestand übernommen. Das bisherige Fahrzeug wurde an die Firma Hagenah veräußert. Seit dem 17.09.2001 ist bei der Gruppe Dorf ein TSF–W stationiert, sodass die Wehr Bülkau nun über zwei nahezu identische Fahrzeuge verfügt.

Einsatzwagen TSF-W Bülkau-Dorf

Im Sommer 2002 nahm die Wehr Bülkau im Zuge der Kreisbereitschaft an den Einsätzen in den niedersächsischen Hochwassergebieten in Stade und Dannenberg teil. Im Jahre 2003 qualifizierte sich die Wehr Bülkau zum ersten Male für den Bezirksentscheid. Hier wurde ein beachtlicher 20. Platz erreicht.

Im Jahre 2004 wurde das Bürgerhus in Bülkau eingeweiht. In diesem befindet sich seitdem auch der Unterrichtsraum der Wehr, sodass das Gerätehaus für die Unterstellung des Ford Transit umgerüstet werden konnte. Im Zuge der Arbeiten am Bürgerhus wurden auch 200 Arbeitsstunden durch die Wehr Bülkau geleistet, wobei dadurch die Kosten für den Neubau gesenkt werden konnten.

Das Jahr 2006 war ein sehr erfolgreiches für die Wehr Bülkau. Den Grundstein dafür legte die Wehr auf den Hadler Feuerwehrtagen 2005 in Otterndorf. Erstmals qualifizierten sich in der Geschichte der Wehr Bülkau zwei Gruppen für den Kreisentscheid in Lamstedt, bei der die Gruppe 1 der Wehr den 1. Platz belegte und somit Kreismeister wurde und sich damit für den Regionalentscheid in Dannenberg qualifizierte. In Dannenberg errang die Wettkampfgruppe dann den 9. Platz, der zur Teilnahme an den Landesmeisterschaften im September 2007 in Stadthagen berechtigte. Die Wehr Bülkau ist somit auch die erste aus der Samtgemeinde Am Dobrock, die an dem Landesentscheid teilnimmt.

2007 war für die Wehr Bülkau nicht nur ein erfolgreiches Jahr im Blick auf die Leistungswettbewerbe, sondern auch ein ganz besonderes, man feierte das 75. jährige bestehen der Wehr Bülkau. Aus diesem Anlass war die Wehr auch Ausrichter der Hadler Feuerwehrtage, wo die Hadler Feuerwehren Ihr können unter beweis stellten.

Trotz des beachtlichen Aufwandes der Organisation und die Durchführung der Jubiläumsfeierlichkeiten sowie das Ausrichten der Hadler Feuerwehrtage fand die Wehr immer noch Zeit zu diversen Übungsabenden. Vor diesem Hintergrund ist der Erfolg auf den Wettkämpfen wo die Wehr Bülkau wieder mit 4 Gruppen teilnahm einer der besten.

Die Gruppe 2 belegte den 2. Platz, die Gruppe 3 den 6. Platz, die Gruppe 1 den 7. Platz und die Altersgruppe konnte sich den 1. Platz sichern.

Im September 2007 wurde in Stadthagen bei Hannover die Landesmeisterschaften der Freiwilligen Feuerwehren das Landes Niedersachsen ausgerichtet. Wo die Wehr Bülkau zum ersten mal teilnahm, die Wettkampfgruppe belegte den 9. Platz auf den Landesmeisterschaften. Ein sehr beachtlicher Erfolg, der jedoch ohne Unterstützung der gesamten Wehr nicht möglich gewesen währe.


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Letzte Aktualisierung:  01-02-2012

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